Hinweise und Vorschriften

 

ERKLÄRUNG SCHNITT-TESTS

  • ERKLÄRUNG EUROPÄISCHER SCHNITT-TESTS

    EN388:2003 verwendet die Schnitt-Testmaschine.

    Ein Rundmesser rotiert, während es mit einer konstanten Geschwindigkeit unter einem konstanten Gewicht von 500 Gramm von der Testmaschine über die Handschuhprobe hin und her gezogen wird. Der Test wird angehalten, wenn das rotierende Messer das Handschuhmaterial durchschneidet. Die Anzahl der zum Durchschneiden des Materials erforderlichen Zyklen (Anzahl hin und her) wird notiert. Dann wird als Referenzgrundlage ein Kontrollgewebe (Baumwolle) getestet. Die Anzahl der Zyklen (Anzahl hin und her) wird auch hier notiert. Dieser Test wird wie folgt wiederholt: Baumwolle – Probe – Baumwolle – Probe – Baumwolle – Probe – Baumwolle – Probe – Baumwolle – Probe – Baumwolle.

    Nach diesen wiederholten Tests kann der Schnittindex berechnet werden. Es ist das Verhältnis der Anzahl der zum Durchschneiden des Testmaterials erforderlichen Zyklen zur Anzahl der zum Durchschneiden des bekannten Standardmaterials (Baumwollgewebe) erforderlichen Zyklen. Dieser Schnittindex ist auf der Kennzeichnung der Handschuhe selbst zu finden. Die zweite Zahl unter dem Piktogramm für mechanischen Schutz gibt die Schnittschutzstufe zwischen 0 und 5 an. Je höher der Schnittindex desto höher die Schnittschutzstufe.

    Der Nachteil dieser Schnitt-Tests ist das Abstumpfen der mikroskopischen Kante des Messers beim Testen sehr schnittresistenter Schutzhandschuhe. Ringversuche zeigen viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Laboren. Der Schnitt-Test zeigt tendenziell positivere Ergebnisse mit auf Keramik basierenden gegenüber Stahl basierenden Garnkonstruktionen. Auf Stahlbasis entwickelte Garne stoppen die Maschine aufgrund des Kontaktes Metall auf Metall und schneiden nicht notwendigerweise durch das Material, während Glasfasern das Material rutschig machen. Daher wird Herstellern empfohlen, für Handschuhe mit Schnittindex 4 oder 5 auch die Ergebnisse des TDM- sowie des ISO-Tests 13997-1999 anzugeben.

  • ERKLÄRUNG AMERIKANISCHER SCHNITT-TESTS

    ASTM F1790-05 verwendet die TDM 100 Schnitt-Testmaschine.

    Das ASTM F-1790-05 Prüfverfahren in der Version aus dem Jahr 2005 verwendet die Tomodynamometer- (TDM) Testmaschine zum Messen der Distanz, die eine scharfe Klinge beim Überqueren des Testmaterials vor dem Eindringen in dieses zurücklegt. Die 100 mm lange gerade scharfe Klinge wird nur einmal verwendet und vor jedem Test kalibriert. Nach Beschweren der Klinge mit dem Gewicht, wird sie von der Testmaschine mit konstanter Geschwindigkeit über die Handschuhprobe hin und her gezogen. Im Moment des Durchschneidens der Handschuhprobe berührt sie das Kupferband unter der Probe. Dieser Kontakt Metall auf Metall stoppt die Maschine. Die Maschine misst die Distanz, die die Klinge bis zum Erzeugen eines 20 mm langen Schnitts im Material zurücklegte. Dann misst die Maschine die Belastung in Gramm, der ein Material bis zu einem Schnitt von 20 mm widerstehen kann.

    Fünf Testzyklen werden mit 3 unterschiedlichen Belastungen (Gewichten) durchgeführt und die Distanz-/Gewichtsdaten in ein exponentielles Regressionsprogramm eingegeben. Dieses Programm ermittelt das Gewicht (in Gramm), das erforderlich wäre, um zu einem Schnitt von 20 mm Länge zu führen. Je höher das Gewicht in Gramm, desto höher die Schnittschutz-Stufe.

    Die Version des Prüfverfahrens aus dem Jahr 1997 trägt die Bezeichnung ASTM F1790-97 und verwendet den Schnittschutzleistungstester (CPPT/Cut Protection Performance Tester). Weitere wichtige Unterschiede: Die Handschuhprobe wird mit einem Klebeband auf die Maschine aufgebracht, die Referenzdistanz des Schnittes beträgt 25 mm und die Kalibrierung fällt geringer aus (500 g bei der Methode aus dem Jahr 2005). Die Ergebnisse der Methode von 1997 können nicht mit denen nach der Methode von 2005 verglichen werden. Viele Unternehmen verwenden noch die Methode ASTM 1790-97 und die CPPT-Maschine. Beachten Sie bitte, dass Ergebnisse basierend auf der mikroskopischen Schärfe der neuen Klinge variieren können.

    ANSI / ISEA 105 ist die Norm, die die Stufen gemäß dem Gewicht in Gramm aus den ASTM-Tests zuweist. Die ANSI-Schnittstufe ist die am häufigsten verwendete Referenz für Schnittschutzstufen in den USA. Wichtig: Sie gilt nur für ASTM F1797-97 und nicht für ASTM F1790-05. Die Norm aus 2005 wird von ANSI/ISEA nicht anerkannt, da sie niedrigere Ergebnisse zeigt als die Methode aus 1997.

  • ERKLÄRUNG INTERNATIONALER SCHNITT-TESTS

    ISO 13997-1999 verwendet die TDM 100 Schnitt-Testmaschine.

    Diese Methode ähnelt sehr dem ASTM F1790-05 Prüfverfahren mit leichten Änderungen am Längenbereich, der von den 3 verschiedenen Gewichten erreicht wird. Die ISO-Methode erfordert eine Validierung des berechneten Gewichts, das innerhalb Spezifikationsgrenzen liegen muss. Ergebnisse werden in Newton (N) angegeben.

    Die Verwendung des ISO-Prüfverfahrens 13997-1999 ist in Europa für Handschuhe mit hoher Schnittschutzstufe von 4 oder 5 bereits vorgeschrieben.

    Die ASTM-Methode F1790-05 verwendet dieselbe Maschine und viele derselben Testmerkmale.